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Mein Körper: Mein Adrenalin · Actionhormon und Lebensretter

vom 14.03.2025

Mein Körper: Mein Adrenalin · Actionhormon und LebensretterHier klicken um das Video abzuspielen
Adrenalin ist ein wahres "Wundermittel", ohne das wir sicherlich nicht bis heute überlebt hätten: In Stress-Situationen jeglicher Art wird es innerhalb von Millisekunden im Körper ausgeschüttet und aktiviert den sogenannten "Kampf-oder-Flucht"-Mechanismus, der uns hilft, schnell auf Bedrohungen oder Stress-Situationen jeglicher Art zu reagieren. In der Steinzeit war das die Begegnung mit dem Säbelzahntiger. Heute ist der Körper nicht mehr so häufig extremen physischen Gefahren ausgesetzt wie in der Vergangenheit. Der Adrenalinspiegel kann allerdings auch durch psychischen Stress, wie zum Beispiel durch beruflichen Druck, finanziellen Sorgen oder zwischenmenschlichen Konflikten, aktiviert werden. Die menschliche Sucht nach Extremen hat außerdem eine Menge Freizeitaktivitäten hervorgebracht, die einen Adrenalinkick erzeugen und das Hormon zu einem begehrten "Genussmittel" machen. ARD Wissen trifft einen der besten Freestyle-Motocross-Fahrer der Welt und begleitet ihn zu einem Wettbewerb. In Extremsituationen, etwa bei extremem Stress oder Gefahr, wird Adrenalin in großen Mengen freigesetzt. Dies erklärt, warum Menschen in Krisensituationen außergewöhnliche körperliche Leistungen vollbringen können. Adrenalin beeinflusst viele Körperfunktionen gleichzeitig: Es sorgt für eine Erhöhung der Herzfrequenz, um mehr Blut und damit mehr Sauerstoff zu den Muskeln zu bringen. Die Atemfrequenz steigt ebenfalls, was den Gasaustausch in der Lunge verbessert. Gleichzeitig wird die Blutzufuhr zu weniger wichtigen Organen wie dem Verdauungssystem reduziert, sodass der Körper seine Ressourcen auf lebenswichtige Funktionen konzentrieren kann. Die Pupillen weiten sich, um eine bessere Sicht zu ermöglichen. Die Haut wird blass, da Blut in die inneren Organe umgeleitet wird. Von diesen Effekten profitiert zum Beispiel auch eine junge Fallschirmjägerin bei der Ausbildung. ARD Wissen ist bei einem ihrer ersten Sprünge mit dabei. Doch die Wirkung des Adrenalins geht über die akuten Reaktionen hinaus: In moderaten Mengen ist es auch für die Regulation des Kreislaufs und den Stoffwechsel wichtig, es stillt Blutungen und hemmt das Schmerzempfinden. Diese Eigenschaften machen es auch zu einem "Nummer-1-Medikament" in der Notfallmedizin. Auf der Intensivstation am Klinikum Großhadern begleitet ARD Wissen einen Anästhesisten, der mehrmals die Woche Adrenalin als lebensnotwendiges Medikament verwendet.
Sender:
Das Erste
Sendedatum:
14.03.2025
Länge:
43 min
Aufrufe:
1

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44 min

Mein Körper: Mein Immunsystem · Was macht unsere Abwehr stark?

13.09.2024 | Das Erste

Rund 100 Milliarden Immunzellen produziert unser Körper täglich. Sie schützen uns vor gefährlichen Bakterien, Viren, Umweltgiften und anderen Krankheitserregern. Wie funktioniert dieses komplexe Zusammenspiel? Wie können wir unsere Abwehr stärken? Die Erzieherin Lisa ist in der Erkältungszeit fast jeden Monat eine Woche krankgeschrieben. Was kann ihr helfen, um die ständigen Infekte loszuwerden? Ist ihr häufiger Kontakt mit Kleinkindern die Ursache, oder ist ihr eigenes Immunsystem zu schwach, um die Virenflut abzuwehren? Bei Tuba-Professor Andreas Martin Hofmeir läuft es genau anders: Bei seinen Konzerten – etwa mit dem Sinfonieorchester Münster – ist er durch Publikum und andere Musiker ebenfalls ständig ansteckenden Viren und Bakterien ausgesetzt. Trotzdem wird er fast nie krank. Woran liegt das? Gibt es Menschen, die ein besonders starkes Immunsystem haben und von Natur aus stärkere Abwehrkräfte? Es gibt allerdings auch Menschen, deren Immunsystem von Geburt an nicht richtig funktioniert wie das von Benjamin Köhler. Bei ihm war ein seltener Gendefekt die Ursache, warum sein Immunsystem gegen den eigenen Körper rebellierte. Schwerwiegende Krankheiten wie Lungenentzündung, Hirnhautentzündung und Diabetes waren die Folge. Erst durch eine Stammzellentransplantation konnte er geheilt werden. Am Centrum für Chronische Immundefizienz der Uniklinik Freiburg wird er von Prof. Bodo Grimbacher betreut. Seltene Immunkrankheiten sind für den Immunforscher wie ein Fenster ins Immunsystem, um dessen Funktionsweise zu entschlüsseln und Krankheiten besser zu therapieren. Noch gibt es viele Fragen, die auch für Forschende oft schwer zu beantworten sind. Eines scheint dabei aber immer klarer: Die individuellen Eigenschaften jedes Menschen bestimmen die Anfälligkeit für Infektionen. Welche Rolle spielen Umwelteinflüsse und Epigenetik? Und was können wir selbst tun, um so wenige Infekte wie möglich zu bekommen? Höchste Zeit, sich mit neuen Erkenntnissen der Immunforschung zu beschäftigen.