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nachtlinie extra: Zu Besuch in der Jüdischen Gemeinde Nürnberg

vom 22.07.2024

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Im Jahr 1900 war Nürnberg die zweitgrößte Jüdische Gemeinde Bayerns. Anfang der 1920er-Jahre zählte die Israelitische Gemeinde mehr als 9.000 Mitglieder. Doch im Jahr 1933 begann mit den Nationalsozialisten die Zerstörung jüdischen Lebens und die Ermordung der Nürnberger Juden. Die Israelitische Kultusgemeinde Nürnberg erlosch und wurde erst im Dezember 1945 wieder gegründet. Das Gemeindezentrum an der Arno-Hamburger-Straße wurde errichtet. Es bildet heute noch das Zentrum der Jüdischen Gemeinde. Hier haben auch ein Seniorenheim und der Pflegedienst ihren Sitz. Mit zahlreichen Aktivitäten wie dem Sportclub Makkabi, dem Unterricht für Kinder und Jugendlichen, einem Jugendzentrum und dem Bau eines eigenen Kindergartens ist die Gemeinde ein Zentrum für die Jüdinnen und Juden. Ein offenes Haus: Das ist die Vision Arno Hamburgers, dem Gemeindevorsitzenden. Regelmäßig werden Schulklassen, Polizei und gesellschaftliche Gruppen in die Gemeinde eingeladen. Und auch der Austausch mit der Stadtgesellschaft funktioniert: So etwa hat die Stadt Nürnberg vergangenes Jahr 75 Jahre Israel gemeinsam mit Vertretern der Jüdischen Gemeinde und der Politik gefeiert. 2024 planen Stadt und Jüdische Gemeinde eine große Feier zum 150. Jubiläum der Einweihung der – später zerstörten – Hauptsynagoge am Hans-Sachs-Platz. Über die jüdische Geschichte der Stadt sowie über die Aktivitäten der Israelitischen Kultusgemeinde heute und die Integration jüdischen Lebens in die Stadtgesellschaft spricht Andreas Bönte mit Jo-Achim Hamburger, dem Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Nürnberg, dem Oberbürgermeister Marcus König, der Leiterin der Abteilung Kulturhistorische Museen Dr. Evelyn Reitz und dem evangelischen Pfarrer Dr. Martin Brons.
Sender:
BR
Sendedatum:
22.07.2024
Länge:
44 min
Aufrufe:
14

Weitere Folgen

28 min

nachtlinie extra: "Ois anders" · Großprojekte in Bayern seit 1945

18.11.2024 | BR

Vom Main-Donau-Kanal bis zur Isental-Autobahn, vom Fränkischen Seenland bis zum Flughafen im Erdinger Moos, vom Nationalpark Bayerischer Wald bis zur Boomtown Regensburg: Der Freistaat Bayern erlebte in den vergangenen Jahrzehnten eine umfassende Modernisierung und änderte sein Gesicht. Nach dem Krieg liegen viele Städte in Trümmern. Mit dem Wirtschaftswunder setzen in Bayern Aufbaustimmung und Planungseuphorie ein. Großprojekte wie der Main-Donau-Kanal oder das erste kommerzielle Atomkraftwerk der Bundesrepublik im schwäbischen Gundremmingen entstehen. Seit den 70er-Jahren nehmen Denkmal-, Umwelt- und Naturschützer die großen Bauvorhaben zunehmend kritisch in den Blick. 1970 wird der bundesweit erste Nationalpark im Bayerischen Wald gegründet und unter anderem aufgrund des dort wütenden Borkenkäfers lange heftig bekämpft, während das Fränkische Seenland zu den weniger umstrittenen Projekten zählt. Ein anderes Thema im Bereich Modernisierung ist die Mobilität: Neben der Energieproduktion zielen viele Großprojekte auf eine Steigerung der Mobilität. Aufgrund des zunehmenden Verkehrsaufkommens wird das Straßennetz im Freistaat weiter ausgebaut. Zu den umstrittensten Strecken gehört die Isental-Autobahn. Ein jahrzehntelanger Konflikt inklusive juristischer Auseinandersetzungen begleiten den Bau der Teilstrecke der A94. Anders im Erdinger Moos: An der Notwendigkeit eines neuen Großflughafens für München gibt es in den 1960er-Jahren kaum Zweifel. Der 1992 eingeweihte Flughafen entwickelt sich bald zum wirtschaftlichen Motor und wird stetig erweitert. Das Haus der Bayerischen Geschichte in Regensburg präsentiert die Projekte mit Pro und Kontra in der Ausstellung "Ois anders: Großprojekte in Bayern 1945-2020" und möchte eine Diskussionsgrundlage bieten. Über Fragen der Modernisierung Bayerns und der gesellschaftlichen Debatten um Großprojekte im Freistaat spricht Andreas Bönte mit dem Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichte, Dr. Richard Loibl, und mit einer Kuratorin der Ausstellung, Alexandra Lederer, in der "nachtlinie extra".

43 min

nachtlinie extra: Auf den Spuren des Bildhauers Fritz Koenig

09.09.2024 | BR

Fritz Koenig zählt zu den wichtigsten Akteuren der Kunst im öffentlichen Raum in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Seine Skulpturen sind national und weltweit auf öffentlichen Plätzen, Bildungseinrichtungen, Mahnmalen, kulturellen Institutionen und Parkanlagen zu finden. Eine seiner bekanntesten Plastiken ist die "Große Kugelkaryatide", auch als "The Sphere" bekannt. Sie konnte aus den Trümmern nach dem Anschlag in New York am 11. September 2001 teilzerstört geborgen werden. Durch die Teilnahme an internationalen Wettbewerben und Ausstellungen und durch seine individuelle Formsprache erlangte der Künstler weltweiten Ruhm. Um die Werke dem Publikum seiner niederbayerischen Heimat zugänglich zu machen und die Arbeiten zu beherbergen, entstand nach Vorgaben Koenigs das Skulpturenmuseum im Hofberg, das heutige KOENIGmuseum. Am Ganslberg in Altdorf schuf der gebürtige Würzburger seine ganz persönliche Heimatidylle. Mit den Augen und dem Verständnis eines als genial geltenden Architekten baute er ein Wohnhaus mit Atelier, die große Kugelhalle, einen Hof für Pferde, Stallungen und Ausstellungshallen für seine afrikanische Sammlung mit rund 800 Objekten. 1993 gründeten Maria und Fritz Koenig eine Stiftung und übergaben den gesamten Besitz der Stadt Landshut. Seit dem Tod des Künstlers im Februar 2017 stehen die Gebäude am Ganslberg leer. Moderator Andreas Bönte besucht für die Sendung "nachtlinie extra" die Ausstellung im KOENIGmuseum und begibt sich an den Wohn- und Arbeitsort von Fritz Koenig im Ortsteil Ganslberg in Altdorf. Er spricht mit seinen Interviewpartnerinnen und -partnern über die verschiedenen Facetten der Künstlerpersönlichkeit Fritz Koenig und über die Zukunftsperspektiven von Ganslberg. Anlässlich des 100. Geburtstags von Fritz Koenig präsentiert das KOENIGmuseum die Ausstellung "Lebensstationen. 100 Jahre Fritz König".