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RESPEKT kompakt: Alltagsrassismus - die unsichtbare Gewalt

vom 03.12.2024

RESPEKT kompakt: Alltagsrassismus - die unsichtbare GewaltHier klicken um das Video abzuspielen
Für viele Menschen in Deutschland scheint es "normaler" Alltag zu sein, regelmäßig und anlasslos von der Polizei kontrolliert zu werden. An der Universität oder im Job aufgrund der Hautfarbe oder wegen des Aussehens und des Namens anders behandelt und benachteiligt zu werden. Bei der Wohnungssuche zu wissen, dass wegen des Namens auf die meisten Bewerbungen nicht einmal geantwortet wird. Was für die weiße Mehrheitsgesellschaft unvorstellbar ist, ist für viele Menschen in Deutschland Alltag: Rassismus und Diskriminierung in Form von Benachteiligung und Beleidigungen. RESPEKT-Moderatorin Christina Wolf trifft Menschen, die jeden Tag spüren müssen, dass sie "anders" sind: zum Beispiel eine Lehrerin in München, die immer wieder beim Joggen, auf dem Weg zur Arbeit oder wenn sie mit ihrem Hund spazieren geht, von der Polizei angehalten und kontrolliert wird – wegen ihrer Hautfarbe. Racial Profiling, also Polizeikontrollen ohne konkreten Anlass allein aufgrund des Aussehens der Betroffenen, ist in Deutschland nicht zulässig, aber für viele Menschen trauriger Alltag. Die Lehrerin beschwerte sich immer wieder bei den verantwortlichen Polizeidienststellen. Aber erst als ihr Fall im Bayerischen Landtag diskutiert wurde und es die entsprechende Medienöffentlichkeit gab, wurden die Kontrollen weniger. In Gesprächen mit dem Rechtsanwalt Blaise Francis Ndolumingo und mit Professor Tobias Singelnstein von der Universität Bochum wird deutlich: Rassismus in der Polizei und auch in der Justiz sind Alltag in Deutschland. Ein großes Problem ist das Fehlen von Daten, sagt Singelnstein. Niemand wisse, wie oft und wo Menschen rassistisch beleidigt, aus rassistischen Gründen angegriffen oder eben von der Polizei kontrolliert würden. Weder in den polizeilichen Kriminalstatistiken noch in anderen Statistiken wird Rassismus repräsentativ erhoben. Rassismus werde so "unsichtbar" gemacht, kritisieren sowohl Rechtsanwalt Ndolumingo als auch Professor Singelnstein. Vielen, erzählen sie im Interview mit Moderatorin Christina Wolf, sei zudem gar nicht bewusst, dass sie rassistisch handeln würden. Denn Alltagsrassismus würden viele Menschen entweder gar nicht sehen und mitbekommen. Der Rassismus sei so "normal", dass er nicht auffalle, so das Fazit. © Bayerischer Rundfunk 2022 Mehr Informationen unter: www.br.de/respekt
Sender:
ARD-alpha
Sendedatum:
03.12.2024
Länge:
14 min
Aufrufe:
3

Weitere Folgen

13 min

RESPEKT kompakt: Lobbyismus - Wer steuert die Demokratie?

19.02.2025 | ARD-alpha

Die Affäre um den CDU-Bundestagsabgeordneten Philipp Amthor sorgte im Juni 2020 für Schlagzeilen. Wieder einmal stand der Verdacht im Raum, dass Unternehmen, Wirtschaftsverbände und andere Interessengruppen von der Öffentlichkeit unbemerkt und ohne Kontrolle Politiker:innen in ihrem Sinn manipulieren und beeinflussen. Die RESPEKT-Reportage fragt nach, wie groß eigentlich der Einfluss von Lobbyist:innen auf die Politik ist und ob die Art und Weise, wie Lobbying betrieben wird, mit unserer Demokratie vereinbar ist. Moderatorin Sabine Pusch spricht mit Timo Lange von der Nichtregierungsorganisation LobbyControl, der seit 10 Jahren den Politikbetrieb beobachtet. Lobbying, sagt er, spielt eine enorme Rolle. Lobbyist:innen beraten nicht nur Politiker:innen, sie schreiben mitunter auch Gesetzesvorlagen für die Landtage und den Bundestag. In RESPEKT erklärt Timo Lange, wie Lobbying in Berlin funktioniert und was geändert werden müsste, damit Auswüchse bei der Beeinflussung von Politiker:innen vermieden werden. RESPEKT-Moderatorin Sabine Pusch trifft außerdem zwei Interessengruppen, die oft gegensätzliche Interessen vertreten, aber trotzdem auch manchmal gemeinsame Sache machen: Der Bayerische Bauernverband und der BUND Naturschutz kämpften viele Jahre lang bei einem der weltgrößten Freihandelsabkommen für ihre jeweiligen Interessen – und scheiterten. Ihre Wünsche wurden von der EU-Kommission im geplanten Mercosur-Abkommen nicht berücksichtigt. Andere Lobbygruppen scheinen mächtiger gewesen zu sein und haben die EU-Politiker:innen in ihrem Sinne beeinflusst. Dass Lobbyismus auch anders geht und tatsächlich einer der ganz wichtigen Kommunikationskanäle in einer Demokratie sein kann, zeigt das Beispiel Fridays for Future. Sabine Pusch trifft Umweltaktivist:innen der Bewegung, die es schaffte, innerhalb nur eines Jahres "Klimaschutz" weltweit zum Thema zu machen. Lobbyismus von unten, könnte man das nennen – der jedoch viel Zeit und Kraft kostet.

14 min

RESPEKT kompakt: Meinungsfreiheit - Was man sagen darf und was nicht

27.11.2024 | ARD-alpha

Meinungsfreiheit ist weit mehr als das Recht zur freien politischen Meinungsäußerung. Sie beginnt bereits im scheinbar "nur" privaten Kontext mit Kommentaren im Netz. Und wenn wir uns über Satiresendungen amüsieren, ist auch hier das Recht auf freie Meinungsäußerung demokratisches Fundament für die unterhaltsamen Provokationen. Das in Artikel 5 des Grundgesetzes verankerte Recht auf Meinungsfreiheit schließt die "Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film" ausdrücklich mit ein. Und es heißt ganz klar: "Eine Zensur findet nicht statt." Wie gehen wir dann mit unterschiedlichen Auffassungen zu dem, was erlaubt ist, um? Meinungsfreiheit erfordert Toleranz, aber auch die Orientierung an gesellschaftlichen Werten und die Einhaltung demokratischer Gesetze. Das Gleichgewicht all dieser Faktoren wird auch in unserem Alltag immer wieder neu auf die Probe gestellt. Moderator Ramo Ali erkundet unterschiedliche Aspekte des Grundrechts "Meinungsfreiheit". Als geflüchteter Syrer hat er erfahren, was es heißt, in einem Land zu leben, in dem freie Meinungsäußerung lebensgefährlich geworden ist. In Deutschland ist er nun mit Demonstrationen konfrontiert, die sich zum Teil gegen Geflüchtete richten – auf Basis des Grundrechts der freien Meinungsäußerung. Entscheidend ist, dass die Ausübung der Meinungsfreiheit andere Rechte nicht verletzt, wie zum Beispiel die Unantastbarkeit der Menschenwürde und die Religionsfreiheit.

14 min

RESPEKT kompakt: Stadt - Land - abgehängt?

20.11.2024 | ARD-alpha

Ländliche Regionen gelten vielfach als abgehängt. Und gerade für Jugendliche hat das Land anscheinend kaum etwas zu bieten: weniger Bildungs- und Freizeiteinrichtungen, schlechtere Infrastruktur, weniger Kontaktmöglichkeiten als in größeren Städten. Fühlen sich Jugendliche auf dem Land also abgehängt? Was brauchen Jugendliche, damit sie auch auf dem Land ‘mithalten’ können? Wo liegen die Defizite wirklich?Das will RESPEKT-Moderator Sebastian Leidecker in einer mutmaßlich besonders abgehängten Ecke Deutschlands herausfinden: in der Oberpfalz gleich an der Grenze zu Tschechien. Dort machen Jugendliche für RESPEKT einen Land-Check: Wie gut sind Bildungs-, Job- und Verdienstchancen? Welche Sport-, Kino- und Ausgeh-Möglichkeiten gibt es? Wie funktionieren Wohnungsmarkt, Mobilität und Internetanbindung? Wie steht es mit Toleranz und Diversität?Antworten findet Sebastian Leidecker bei einer Agentur in Viechtach, den Pixeltypen, wo Felix aus Bremen seinen idealen Ausbildungsplatz gefunden hat. Und wo auch der RESPEKT-Moderator in Sachen Medientechnik, moderne Arbeitskultur und Lebensqualität so einiges lernen kann.Jugendliche aus Bodenmais zeigen ihm, wo sie sich tatsächlich abgehängt fühlen. Und warum die meisten trotzdem lieber im Dorf leben. Anders als Antonia, die unbedingt aus Bodenmais weg wollte. Von ihr erfährt der Moderator, wieso sie jetzt in Regensburg glücklicher ist. Und ob sie trotzdem zurück will.© Bayerischer Rundfunk 2021Mehr Informationen unter: www.br.de/respekt

14 min

RESPEKT kompakt: Schöner streiten · Funktioniert gewaltfreie Kommunikation?

06.11.2024 | ARD-alpha

Der Ton wird rauer. In der Schule, in der Politik, im Netz und im Privaten. Obwohl Streiten zum Miteinander dazugehört und die Demokratie sogar vom Streiten lebt, leiden viele Menschen unter einer zunehmend gewaltvollen Art, miteinander umzugehen. Auch RESPEKT-Moderatorin Lilian Landesvatter ärgert dieses aggressive Kommunikations-Klima – aber noch mehr ärgert sie, dass sie in privaten Streits oft selbst dazu beiträgt. Was hilft dagegen? Darüber spricht sie mit einem jungen Mann, den seine Art zu streiten immer wieder in Schlägereien und dann vor Gericht gebracht hat. Deswegen hat er ein Konflikttraining bei der Bücke München absolviert. In dem hat er verstehen gelernt, was solche eskalierenden Konflikte eigentlich auslöst, was sie schlimmer macht und wie er sie lösen kann, ohne auszurasten und Stück für Stück sein Leben zu ruinieren. Von den Trainer:innen der Brücke erfährt Lilian dann, was sie Menschen beibringen, um Konflikte ohne Gewalt zu lösen. In Übungen geht da es um die Wahrnehmung von Konflikten, um Eigen- und Fremdwahrnehmung, darum, das eigene Verhalten besser kennenzulernen. Die Moderatorin testet, ob dieser Ansatz auch ihr etwas bringt. Helfen solche Methoden nur individuell, oder lassen sich damit ganz generell soziale Konflikte entspannen - zum Beispiel in der Schule? Die Moderatorin besucht Schüler:innen einer Münchner Mittelschule, die sich als Streitschlichter und Schülersprecherin dafür einsetzen, dass alle respektvoller miteinander sprechen. Sie lernen, anderen aus destruktiven Streitmustern herauszuhelfen. Haben sie auch Tipps für Lilian, damit ihr nächster Streit zu Hause produktiver endet? Und kann jede:r das lernen, besser zu streiten? Das fragt die Moderatorin Jugendliche, die das Streiten ganz sportlich trainieren – beim Diskutierwettstreit "Jugend debattiert". © ARD alpha 2022

14 min

RESPEKT kompakt: Feminismus heute - notwendig oder überflüssig?

09.10.2024 | ARD-alpha

Frauen dürfen heute wählen, politisch aktiv sein, sich akademisch weiterbilden und frei über sich selbst und ihren Körper entscheiden. Die Gleichstellung der Geschlechter ist also erfüllt und Feminismus ist nun überflüssig? Der Alltag vieler Frauen in Deutschland und woanders auf der Welt zeigt allerdings etwas anderes. Braucht es Feminismus noch im 21.Jahrhundert? – Dieser Frage geht RESPEKT-Moderator Sebastian Leidecker auf den Grund. Auf der Suche nach Antworten spricht er mit Aktivist:innen, die auf Alltagssexismus und sexuelle Belästigung aufmerksam machen. Handlungen, die für viele Frauen Realität bedeuten - auf die aber häufig keine rechtlichen Konsequenzen folgen.Innerhalb von 100 Jahren kann sich zwar viel verändern, aber wie sieht die genaue Faktenlage in Bezug auf die Gleichberechtigung der Geschlechter aus und was hat sich tatsächlich getan? Neben Experteneinschätzungen erfährt Sebastian von Frauen aus aller Welt, was sich ihrer Meinung nach noch alles ändern sollte, damit Gleichberechtigung in allen Bereichen und weltweit Realität wird.Ob die Frauenquote ein möglicher Ansatz ist, um in der Arbeitswelt für mehr Gerechtigkeit zu sorgen, dazu liefert ein Expertengespräch mögliche Antworten. Wie es tatsächlich um die Gleichstellung in der künstlerischen Berufsbranche steht, möchte Sebastian von der Singersongwriterin Miss Allie wissen. Hierbei geht es nicht nur um die Musikszene, sondern auch um Miss Allies Erfahrungen in der Comedy-Branche.Im Gespräch mit der Publizistin und Journalistin Ingrid Brodnig erfährt Sebastian mehr über die Rolle des Feminismus und das Thema Gleichberechtigung im Journalismus.Auf der Suche nach Antworten kommt der Moderator zu dem Schluss: Ja - Feminismus ist immer noch wichtig und aktuell - auch in Deutschland. Der Weg zur umfassenden Gleichberechtigung der Geschlechter ist aber noch lange nicht zu Ende. Um das zu erreichen, müssen alle mithelfen. Egal welches Geschlecht, welcher Beruf oder welcher Herkunft Mann oder Frau angehört.© Bayerischer Rundfunk 2021Mehr Informationen unter: www.br.de/respekt

13 min

RESPEKT kompakt: Alles Verschwörung - was tun, wenn Menschen abdriften?

04.10.2024 | ARD-alpha

Mit der Corona-Pandemie wurden Erzählungen vom angeblichen "Bevölkerungsaustausch", von "Corona als Biowaffe" und von einer "Neuen Weltordnung", die durch die Impfung geschaffen werde, für viele Menschen zu glaubhaften Erklärungen. Aber schon vor der Pandemie gab es unzählige Verschwörungsmythen, die zum Teil auf jahrhundertealte Ideen zurückgreifen.RESPEKT-Moderator Ramo Ali trifft Menschen, die selbst an die große Verschwörung glaubten, und Angehörige von Menschen, die immer noch an die "Corona-Verschwörung" glauben. Für viele Familien eine enorme Belastung, nicht selten gehen Familien und Freundschaften von Verschwörungsgläubigen daran kaputt. Im Gespräch mit RESPEKT schildert zum Beispiel Gerald B., warum er jahrelang verschiedenen absurden Verschwörungsmythen anhing. Inzwischen ist er "ausgestiegen" und "denke wieder klar", sagt er. Lange Zeit aber glaubte er "an alles": Die Erde sei hohl, würde schrumpfen. Eine geheime Weltregierung steuere das Leben der Menschen – für Gerald B. war das Wahrheit. Er schildert, warum das alles für ihn Sinn ergab, warum er daran glaubte und warum er sich durch diesen Glauben intelligenter fühlte als alle anderen Menschen.Moderator Ramo Ali fragt nach bei Claudia M., die jahrelang Mitglied einer christlichen Sekte war. Als diese Sekte jedoch ab 2005 immer mehr in die Verschwörungsszene abdriftete und aus der Gruppe selbst Verschwörungsmythen aktiv verbreitet wurden, stieg Claudia aus. Bis heute hat sie Bekannte in dieser Gruppe und weiß, wie schwer die Kommunikation mit diesen Menschen ist. Ein Problem sei, sagt sie, dass es kaum Hilfsangebote gibt, an die sich Freunde oder Angehörige wenden können.Wie gefährlich Verschwörungsmythen für die Gesellschaft als Ganzes werden können, darüber spricht Moderator Ramo Ali mit der Journalistin Ingrid Brodnig, die 2021 ein Buch geschrieben hat mit Tipps, wie man im engsten Familien- und Freundesumfeld mit Verschwörungsmythen umgehen sollte. Das Wichtigste sei, den Kontakt zu halten, sagt sie. Harte Fakten brächten dagegen in Diskussionen nicht viel, weil sie das Gegenüber noch weiter in die Enge treiben. Richtig gefährlich werde Verschwörungsglaube, so ihr Fazit, wenn daraus Handlungen und Aktionen entstehen, die sich gegen andere Menschen und gegen die demokratische Gesellschaft richten.© Bayerischer Rundfunk 2022Mehr Informationen unter: www.br.de/respekt

14 min

RESPEKT kompakt: Ausstieg rechts. Oder: Einmal Nazi, immer Nazi?

03.10.2024 | ARD-alpha

Morde in München 2016, 2019 in Kassel und Halle, 2020 in Hanau. Mordversuche, Körperverletzungen: eine Horror-Serie rechtsextremistischer Gewalttaten. Und die Täter:innen-Szene wächst weiter. So zählt das Bundesamt für Verfassungsschutz für das Jahr 2020 13.000 gewaltbereite Rechtsextreme. Inhaltlich und ästhetisch bedienen sich Neo-Nazi-Gruppen bei aktuellen (Jugend-)Trends: Sie rekrutieren über die Sozialen Medien, arbeiten mit coolen Influencer:innen, ästhetisch ansprechenden Videos und vernetzen sich mit Anhänger:innen anderer Verschwörungsideologien. Ihre Ideologie ist aber unverändert: nationalistisch, rassistisch und gewaltaffin. Was treibt Menschen in dieses Milieu, will RESPEKT-Moderatorin Sabine Pusch wissen – und: Gibt es einen Weg zurück? Die Moderatorin kontaktiert Personen, die aus der Neo-Nazi-Szene ausgestiegen sind. Aber Aussteiger:innen oder Menschen, die ihnen dabei helfen, vor laufender Kamera zu treffen, ist höchst problematisch. Denn es kann lebensgefährlich sein, öffentlich über die Szene zu sprechen. Mit Felix Benneckenstein klappt es dennoch. Nachdem er zehn Jahre lang in der Neo-Nazi-Szene aktiv war, ist er ausgestiegen, tritt offen als Aussteiger auf und berät andere Ausstiegswillige.Von Felix Benneckenstein erfährt Sabine, was ihn als Teenager in die Neo-Nazi-Szene gebracht hat, was ihn beim Aussteigen motiviert und unterstützt hat – und wie es danach weiterging. Die meisten Aussteigewilligen verlassen die Szene aber ohne großen Knall - als "stille Aussteiger", die Unterstützung brauchen.Die Moderatorin trifft Fabian Wichmann von EXIT-Deutschland. Er berät Menschen, die sich aus der rechten Szene lösen wollen und erzählt Sabine, was alles nötig ist, um ein Leben danach aufzubauen.Heute gibt es da zahlreiche Anlaufstellen. EXIT-Deutschland, im Jahr 2000 gegründet, war die erste und hat bis heute viele Hundert Aussteiger:innen unterstützt.Die RESPEKT-Moderatorin bekommt so Einblick in eine abgeschottete Szene, die ihre Mitglieder mit allen Mitteln halten will. Und sie versteht, was den Ausstieg so schwer macht: Will jemand die rechtsextreme Szene verlassen, muss diese Person ihr ganzes bisheriges Leben komplett umkrempeln. Ein Prozess, der Jahre dauern kann und alles andere als ungefährlich ist.© ARD alpha 2021

14 min

RESPEKT kompakt: Ost und West - gefährden regionale Ungleichheiten die Demokratie?

30.09.2024 | ARD-alpha

„Die Ossis und ihr Nazi-Problem“ titelt provozierend die Deutsche Welle im Mai 2017; „Ostdeutschland: Der Stolz der Verlierer“ überschreibt Zeit Online einen Artikel, in dem zu erklären versucht wird, warum Nationalismus in Ost- und Westdeutschland über Jahrzehnte unterschiedlich gelernt wurde und welche Auswirkungen das bei heute hat. Ostdeutschland und Westdeutschland – wird diese regionale Unterscheidung fast 30 Jahre nach der Wiedervereinigung den real vorhandenen regionalen Unterscheiden gerecht? RESPEKT Moderator Sebastian Leidecker geht dieser Frage auf den Grund. Für die Reportage Ost und West – gefährden regionale Unterschiede die Demokratie? trifft Leidecker Ostdeutsche und Westdeutsche. Den einen geht es gut, den anderen nicht so sehr. Aber ist wirklich entscheidend, ob Osten oder Westen? Und welche Rolle spielen die unterschiedlichen wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen und Erfahrungen, welche die ost- und die westdeutschen Bundesländer nach 1945 gemacht haben, bis heute im Denken der Menschen? Die RESPEKT-Reportage hinterfragt gängige Klischees und Vorurteile und zeigt die vielen Gemeinsamkeiten und die gemeinsamen Probleme, die Menschen in wirtschaftlich „abgehängten“ Regionen haben. Vor allem wird deutlich: Unterschiede zwischen Menschen und zwischen Regionen sind völlig normal. Aber es gibt Grenzen: Werden die Lebensbedingungen zu ungleich, werden Menschen entweder real oder gefühlt sehr benachteiligt, gefährdet das die Demokratie und das friedliche Zusammenleben.

14 min

RESPEKT kompakt: Gesundheit, Freiheit, Privatsphäre ... Welches Grundrecht zählt?

25.09.2024 | ARD-alpha

Grundrechte gelten immer, deswegen heißen sie Grundrechte. Dass sie trotzdem beschränkt werden können, haben die Corona-Maßnahmen massiv gezeigt. Ausgangssperren beschränken das Recht auf Freizügigkeit, Sportverbote die Handlungsfreiheit, Bewirtungsverbote die Berufsfreiheit. Alles verfassungsmäßig garantierte Grundrechte, die aber im Konflikt mit dem Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit stehen. RESPEKT-Moderator Ramo Ali fand es absolut richtig, dass er nicht in seinem Hauptberuf als Schauspieler arbeiten konnte. Er fragt sich trotzdem, wonach die Gesetzgeber:innen da eigentlich entscheiden. Existiert eine Hierarchie der Grundrechte? Ist der Schutz des Lebens oberstes Grundrecht? Und gibt es wirklich kein Recht auf Party? Frank Bräutigam, ARD-Korrespondent am Bundesverfassungsgericht, verfolgt genau solche Entscheidungen. Von ihm erfährt Ramo Ali, dass Feiern sehr wohl unter Grundrechte fallen kann und warum auch der Schutz des Lebens keine absolute Priorität genießt. Ramo Ali trifft Helena Wagner, die als Pflegestudentin in der Intensivpflege hautnah erlebt, wie um jedes Leben gekämpft wird. Kann sie verstehen, wenn Menschen gegen die Maskenpflicht demonstrieren oder Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble betont, dass der Schutz des Lebens nicht über alles geht? Clubbesitzer Alexander Spierer hat den Freistaat Bayern verklagt. Er nimmt den RESPEKT-Moderator mit in den seit anderthalb Jahren verwaisten Sweetclub und erzählt, dass ihn nicht sein faktisches Berufsverbot wütend macht, sondern der generelle Umgang mit jungen Menschen. Und mit Jochim Selzer vom Chaos Computer Club spricht Ramo Ali über Datenschutz und warum das Grundrecht auf Privatsphäre gerade auch in Notzeiten Grundrechts-Schutz braucht. © ARD alpha 2021

14 min

RESPEKT kompakt: Influencer:innen - Eine Gefahr für die Demokratie?

19.09.2024 | ARD-alpha

Die Überschriften ähneln sich, mindestens ein Ausrufzeichen unterstreicht den „Skandal“ und meist geht es um die angeblich ganz große Verschwörung: Junge Influencer*innen feiern mit kruden Theorien und Hassbotschaften Erfolge auf Youtube und Instagram. Wie verändert sich die politische Öffentlichkeit, was bedeutet es für unsere Demokratie, wenn immer mehr Menschen antidemokratischen Influencer*innen mehr glauben und vertrauen als international anerkannten Wissenschaftler*innen und gewählten Politiker*innen? In der RESPEKT-Reportage begibt sich Moderator Rainer Maria Jilg auf eine Reise in die Abgründe des Internets. Auf Youtube, Instagram und Facebook verzeichnen derzeit Videos beispielsweise von Niklas Lotz oder Attila Hildmann zigtausende Abrufe. Die angeblich überzogenen Kontaktsperren aufgrund der Corona-Krise sorgen für Zustimmung zu Hassbotschaften und Verschwörungstheorien. Welche Gefahr von politisch radikalisierten Influencer*innen ausgeht, untersucht der Netzjournalist und Autor Patrick Stegemann, der in der RESPEKT-Reportage erklärt, warum selbst die krudesten Theorien Zehntausende Anhänger finden. Auf Youtube zählen die Klickzahlen, die die Werbeeinnahmen in die Höhe treiben. Und offenbar gilt: Je verwirrter und unlogischer die Theorie, desto mehr Abrufe, desto mehr Geld lässt sich verdienen. RESPEKT-Moderator Rainer Maria Jilg spricht auch mit der Influencerin Louisa Dellert, die anfangs vor allem zu Umweltthemen geschrieben hat und damit erfolgreich wurde. Inzwischen schreibt sie aber regelmäßig auch zu politischen Themen, um den zahlreichen Demokratiefeinden und den zunehmend gefährlichen Verschwörungstheorien etwas entgegenzusetzen. Die RESPEKT-Reportage zeigt, wie weit die antidemokratische Gegenöffentlichkeit im Internet bereits ist und welche Gefahr für die Demokratie und das friedliche Zusammenleben insgesamt von demokratiefeindlichen Influencer*innen ausgeht. © Bayerischer Rundfunk 2020

14 min

RESPEKT kompakt: Wie bewege ich mich sicher im Netz?

18.09.2024 | ARD-alpha

Über vier Milliarden Menschen auf der Welt nutzen Social Media. Allein auf Youtube werden jeden Tag pro Minute 500 Stunden Videomaterial hochgeladen. Und im ganzen Internet schätzt man, dass täglich eine Trilliarde Bytes dazukommen. Das Internet hat unzählige neue Jobs ermöglicht: Influencer:innen zum Beispiel stellen das eigene Leben ins Netz. Und fast alles, was wir wollen, dürfen wir auch posten. Unsere Freiheit im Netz scheint grenzenlos – und doch wird sie von vielen ausgenutzt.In der RESPEKT-Reportage spricht Moderatorin Sabine Pusch unter anderem mit der Influencerin Dana Newman, die auf Instagram mehrere Tausend Follower:innen hat. Sie berichtet darin über ihre Erfahrungen als Amerikanerin in Deutschland. Eigentlich lustige und freundliche Geschichten, und doch hat sie nicht nur positive Dinge damit erlebt. Wie sie mit Hate Speech oder anderen Angriffen umgeht und welche Tipps sie für junge Menschen hat, die sich auf Social Media präsentieren wollen, erzählt sie in der Sendung.Spezialist für Daten ist Markus Beckedahl, der den Blog "Netzpolitik.org" betreibt, einen der berühmtesten Blogs Deutschlands. Er berichtet darüber, was alles mit unseren Daten geschieht. Wie aussagekräftig unser Profil wird, je mehr Daten andere von uns bekommen. Und was wir machen können, um nicht zum gläsernen Menschen zu werden.Digital Streetwork ist ein ganz neues Projekt in Bayern, das junge Menschen auf verschiedenen Plattformen begleitet, berät und in Notlagen unterstützt. Ganz nah an den User:innen dran ist dabei der digitale Streetworker Dominik Rankl vom BJR (Bayerischer Jugendring), der jungen Menschen nicht nur beim Content-Machen hilft, sondern auch ein offenes Ohr für alle Themen und Sorgen hat und zum Beispiel einen Rat gibt, wie wir uns alle verantwortungsvoll in bestimmten Foren verhalten können. © Bayerischer Rundfunk 2022Mehr Informationen unter: www.br.de/respekt

14 min

RESPEKT kompakt: Recht auf Wasser

18.09.2024 | ARD-alpha

Hahn auf und wir haben Wasser. So viel wir nur wollen, in bester Qualität. Dafür sorgen Gesetze, ein hochentwickeltes Versorgungsnetz und strenge Kontrollen. Das Menschenrecht auf Wasser ist - zumindest in Deutschland - perfekt verwirklicht. So schien es jedenfalls lange. Nach mehreren Dürre-Sommern zeigt sich aber, dass die Trinkwasserversorgung auch hier gefährdet ist. Von der Klimakrise, aber auch von Industrieproduktion und Landwirtschaft, die einerseits zu viel Wasser brauchen und andererseits zu viele Schadstoffe ins Wasser abgeben. Ist unser Menschenrecht auf Wasser bedroht? Das will RESPEKT-Moderator Rainer Maria Jilg herausfinden. Dazu besucht er die Landwirtin Lena Zimmermann. Wie ist ihr schwäbischer Hof durch die letzten regenarmen Sommer gekommen? Wie stellt sie sich auf künftige Dürreperioden ein und wie sieht sie die Rolle der Landwirtschaft in der Klimakrise? Professor Matthias Garschagen erforscht den Zusammenhang von Wasserversorgung und ökologischen Veränderungen an der LMU München. Von ihm erfährt Rainer Maria Jilg, wie kritisch die Situation beim Wasser schon ist. Denn der Wasserhaushalt kann sich abhängig vom Klima sehr schnell verändern. Selbst in Deutschland, warnt Matthias Garschagen, drohen damit Kipppunkte, an denen die Wasserversorgung unumkehrbar Schaden nimmt. Ohne wirksame Klimapolitik leidet auch das Menschenrecht auf Wasser. Für Menschen, deren Recht auf Wasser schon heute verletzt wird, kämpft Viva con Agua. Der RESPEKT-Moderator trifft die Aktivisten, die unter dem Motto: „Wasser für alle, alle für Wasser“ weltweit Projekte unterstützen. Dabei lernt Rainer Maria Jilg, dass es sehr einfach sein kann, etwas für Menschenrechte zu tun. So einfach wie Wasser trinken. © Bayerischer Rundfunk 2022